Ein halbes Jahr

Gedicht von Annemarie

Manchmal, wenn ich aus dem Fenster schau
Scheint mir die Welt so trostlos grau.

Du kennst sie, diese tiefe Leere, vor der man meist erfolglos flieht,
Und jene regenwolkengleich, durch die bange Seele zieht.

Ich weiß, du hältst nicht viel von dir,
so wenig wohl, wie ich von mir.

Diese lastende Angst vor Verlust,
sitzt fest verankert in deiner Brust.

Leicht ist's gesagt, dass Wunden vergehen.
Würden dabei nur keine Narben entstehen.

Ein halbes Jahr gibt es uns nun zu zweit.
Für mich eine unendlich kostbare Zeit.

Sicher, an manchen Tagen ist es schwer.
Der letzte Streit ist nicht lang her.

Doch gegen all das Schöne, das durch dich mich erreicht
Wird vieles Schwere plötzlich leicht.

Drum möcht' ich, dass du nie vergisst,
dass du mir Halt und Hafen bist.