Gewissensbisse

Gedicht von TZ

Ein dunkler Wald, ich bin allein
Eigentlich... sollte ich doch bei Dir sein
Dunkelheit wohin ich schau
Bis Gestern war's wenigstens noch Grau

Gesichter, aus längst vergangenen Tagen
Hinter jedem Baum und stellen Fragen
Fragen, auf die ich Antwort suche und nicht finde
Die Angst steigt auf, wie halt bei Dunkelheit im Kinde

"warum hast du mich gehen lassen?
Eigentlich müsste ich dich dafür hassen!
Warum bist du so gewesen zu mir?
Erst jetzt bin ich Glücklich und zwar hier!"

Angst, Schmerz, unsagbare Pein
Sie dringen, krabbeln, bohren sich in mich hinein
Von Oben, von Unten, im Rücken die Schmerzen
Sie treffen zusammen, wo's am Schlimmsten ist - im Herzen

Und dann der Schmerz der Angst, die Angst vorm Schmerz
Und immer wieder diese Stiche im Herz
Ein Drang wird laut, lauter und ich hör mich sagen
"ach bitte Herz, hör auf zu schlagen."

Ganz unverhofft ist da ein Baum
Im gleichen Wald, ich glaub es kaum
So gerade, so zierlich, so unheimlich schön und es spricht
Und... wie jeder andere hat auch er ein Gesicht

Ein Gesicht, das nicht aus der Vergangenheit spricht
Ein Gesicht aus dem Heute, mein Leben heut' ist
Und doch, im Grunde, die Worte sich gleichen
Sie Schmerzen genau, wie die alten Eichen

Dein Antlitz ist es, das da schaut hinter dem Baum
Und Du sagst "Du hast kein Vertraun."
"Du tust mir nicht Gut, bist Schlecht, vom Stamme Nimm
Bist nur Egoistisch, es ist einfach Schlimm!"

"Bekomm dein Leben auf die Reihe
Dann sehen wir weiter:"
Ich fühl mich so... so ohne Kopf
Auf dieser Sprosse, am Anfang der Leiter

Tu ich Dir Gut, geb' ich Dir Mut und Kraft dazu?
Die Frage, die Antwort - warum, wozu
Im Grunde, da weiß ich es doch ganz genau
Ich hab' sie nicht verdient, diese klasse Frau

Irgendwann, sieht selbst sie es ein
Ich bin einfach nur, ein menschliches Schwein
Wenn Du Dich traust, einen Schritt vor zu wagen
Dann sprich mit den "anderen", sie werdens Dir sagen

Sie haben erkannt, zu spät, dort oben im Licht
Mach Du nicht den gleichen Fehler, geh jetzt zu Gericht
Überleg genau, was kann ich Dir geben
Was kannst Du erwarten von unserem Leben

Du denkst kurz nach, siehst hin und her
Siehst mich an, die "andern", wirkst Nachdenklich - sehr
Triffst dann die Entscheidung, die einzig richtige
Und gehst von mir fort...........

Und ich, ich geh' , sehr traurig und leer
Zurück in die Dunkelheit, wo ich hingehör
In den dunklen Wald, voll Kälte und Schmerz
Dieser Druck wird noch größer, da drinnen im Herz

Ich laufe, ich Renne und Schreie vor Trauer
Will heraus aus dem Wald, will weg von dieser Mauer
Ich laufe, ich Renne, der Weg ist so weit
Hab' ja eigentlich alles, nur eins nicht mehr - Zeit

Der Weg ist weit, hört einfach nicht auf
Er wird immer weiter, doch ich gebe nicht auf
Die Zeit, der Weg und meine Gedanken
Im Nebel, im Wirbel, um Bäume sich ranken

Dann plötzlich der Wecker, er holt mich zurück
Von diesem Traum bleibt nur noch ein Stück

War's wirklich ein Traum, oder Gewissens-Gesichter
Bin mir nicht mehr sicher, geblieben sind Lichter
Lichter, die meisten von der Zeit ausgemacht
Doch eines, es brennt noch, von Dir angefacht